Corona-Pandemie: Überbrückungshilfe für KMU

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Die Bundesregierung hat eine „Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen müssen“ beschlossen. Die Überbrückungshilfe ist ein branchenübergreifendes Zuschussprogramm mit einer Laufzeit von drei Monaten (Juni bis August 2020).
- Der Start ist am 10. Juli 2020 erfolgt.
- Anträge laufen über die zuständige Bezirksregierung.
- Es ist nur eine digitale Antragsstellung möglich.
- Für die Antragsstellung muss ein Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer oder Rechtsanwalt hinzugezogen werden.

- Eine Antragsstellung ist spätestens bis zum 30. September 2020 möglich.
  • Überbrückungshilfe – Eckpunkte (Erste Informationen – MWIDE NRW)
  • IHK-Berechnungstool NRW Überbrückungshilfe Plus: Wie hoch ist mein Anspruch?
    Mit dem Excel-Tool der IHK Lippe können Sie als Antragsberechtigte/r den möglichen monatlichen Anspruch auf Überbrückungshilfe einfach und schnell abschätzen – inklusive der Ausnahmeregelungen für Unternehmen und Freiberufler mit bis zu 10 Beschäftigten. Voraussetzung für ein korrektes Ergebnis ist allerdings, dass Sie entsprechend der geltenden Rahmenbedingungen (siehe FAQs)
    • grundsätzlich antragsberechtigt sind, und
    • die Zahl der Beschäftigten,
    • die monatlichen Fixkosten in den Monaten Juni, Juli und August sowie
    • die Umsatzrückgänge in diesen Monaten korrekt ermittelt worden sind.
      Die im komplexen Antrag tatsächlich zu berücksichtigenden Fixkosten, Umsätze und Daten ermittelt Ihr Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer, den Sie mit der Antragstellung beauftragen müssen. Abweichungen zu den von Ihnen überschlägig ermittelten Erstattungsbeträgen des IHK-Berechnungstools sind daher möglich.

Wer erhält die Überbrückungshilfe?

Die Überbrückungshilfe soll branchenübergreifend kleinen und mittelständischen Unternehmen gewährt werden, die ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona-Krise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten. Dies wird angenommen, wenn Umsätze Corona-bedingt im April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 Prozent (%) gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen sind.
Ausnahme: Unternehmen, die aufgrund der starken saisonalen Schwankung ihres Geschäfts, im April und Mai 2019 weniger als 5 Prozent des Jahresumsatzes 2019 erzielt haben, können von der Bedingung des sechzigprozentigen Umsatzrückgangs freigestellt werden.
Die Überbrückungshilfe soll den Besonderheiten stark betroffener Branchen Rechnung tragen.

Wie hoch ist die Überbrückungshilfe?

Die Überbrückungshilfe soll ein Zuschuss zu den betrieblichen Fixkosten der Monate Juni bis August sein. Entscheidend ist dabei der Umsatzrückgang im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat.
Folgende Staffelung ist vorgesehen
  • Mehr als 70% Umsatzrückgang = 80% der Fixkosten werden erstattet
  • 50%–70% Umsatzrückgang = 50% der Fixkosten werden erstattet
  • 40%-50% Umsatzrückgang = 40% der Fixkosten werden erstattet
Besonderheit der “Jungen Unternehmen”
  • Gründung nach April 2019:
    Als Vergleichsmonate gelten November und Dezember 2019.
  • Gründung nach Juni 2019:
    Als Vergleichsmonate gelten die Monate Dezember 2019 bis Februar 2020.
Weitere Informationen
  • Der Maximalbetrag der Überbrückungshilfe beträgt 150.000 Euro für drei Monate.
  • Einzelunternehmer (Soloselbstständige) sowie Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten sollen
    max. 9.000 EUR* für drei Monate erhalten.
  • Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten sollen
    max. 15.000* EUR für drei Monate erhalten.
  • Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten sollen
    max. 150.000 EUR erhalten.
  • Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt. Bei verbundenen Unternehmen werden die Beschäftigten der einzelnen Unternehmen zusammen berücksichtigt.
  • Falls das Unternehmen vor August 2020 geschlossen wird, ist die Überbrückungshilfe zurückzuzahlen.

NRW-Überbrückungshilfe Plus

Das Land NRW gewährt Solo-Selbstständigen, Freiberuflern und im Unternehmen tätigen Inhabern von Einzelunternehmen und Personengesellschaften mit max. 50 Mitarbeitern ergänzend eine einmalige Zahlung in Höhe von 1.000 Euro pro Monat als fiktiven Unternehmerlohn, wenn sie die Antragsvoraussetzungen erfüllen. Näheres: Hier

Corona-Überbrückungshilfe sichert Unternehmen das Überleben

Einschätzung der IHK NRW: Begrüßung des Förderprogramms

Die IHK NRW begrüßt das neue Förderprogramm der Bundesregierung für Solo-Selbstständige und kleine und mittelständische Unternehmen: „Die Corona-Überbrückungshilfe kann zu einem enorm wichtigen Instrument für Unternehmen werden, die besonders hart von der Krise betroffen sind. Viele werden noch eine längere Zeit mit Umsatzeinbrüchen zu kämpfen haben“, sagt Maria Klaas, Geschäftsführerin der IHK Lippe. Die Überbrückungshilfe kann vielen Unternehmen das Überleben sichern, ist sie überzeugt.
Die Corona-Überbrückungshilfe gilt als Folgeprogramm der Corona-Soforthilfe und soll Solo-Selbstständige und Betriebe dabei unterstützen, die Auswirkungen des Lockdowns zu verkraften. Antragsberechtigt sind alle hauptberuflich Solo-Selbstständigen und kleine wie mittelgroße Betriebe, bei denen der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber den gleichen Vorjahresmonaten eingebrochen ist. Die Corona-Überbrückungshilfe kann für maximal drei Monate beantragt werden. Die Förderhöhe bemisst sich nach den erwarteten Umsatzeinbrüchen der Fördermonate Juni, Juli und August 2020. Erstattet werden pro Monat maximal 50.000 Euro der förderfähigen Fixkosten, gestaffelt nach der Höhe des erwarteten Umsatzeinbruchs.
Das Land NRW hat zudem das Bundesprogramm um ein eigenes Zusatzprogramm ergänzt, über das Solo-Selbstständige für die Monate Juni bis August jeweils 1.000 Euro für den privaten Lebensunterhalt ansetzen können. „Das Land bleibt seiner Linie treu und unterstützt Solo-Selbstständige auch bei ihrem Lebensunterhalt. Das begrüßen wir sehr“, sagt Klaas. Solo-Selbstständige gehörten zu den Menschen, die immer für sich selbst gesorgt und sich ihren Arbeitsplatz selbst geschaffen hätten, so Klaas weiter. „Ihnen als einzige Hilfe den erleichterten Zugang zur Grundsicherung zu ermöglichen, greift zu kurz.“
Im Gegensatz zu den Corona-Soforthilfen stellen die Betriebe den Antrag nicht selbst, sondern sie müssen sich an einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer wenden. Dieser stellt dann den Antrag.