Corona-Pandemie: Überbrückungshilfen für KMU

Aktuelle Förderprogramme

Überbrückungshilfe II

Die Bundesregierung hat die Überbrückungshilfe in der zweiten Phase für die Monate September bis Dezember 2020 verlängert und dabei den Zugang erleichtert und die Hilfen erweitert. Nach den erweiterten Zugangsbedingungen können nun auch Unternehmen einen Antrag stellen, die einen weniger massiven Einbruch erlitten haben.

Wer kann Überbrückungshilfe beantragen?

Konkret sind Unternehmen antragsberechtigt, die entweder einen Umsatzeinbruch in Höhe von mindestens 50 % in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den Vorjahresmonaten erlitten haben, oder die im selben Zeitraum insgesamt einen durchschnittlichen Umsatzeinbruch von mindestens 30 % pro Monat verzeichnen mussten. Bei einem Umsatzrückgang von weniger als 30 % wird weiterhin keine Überbrückungshilfe ausgezahlt. Auch Soloselbstständige und Freiberufler können einen Antrag stellen, wenn sie die Programmvoraussetzungen erfüllen. Gleiches gilt für gemeinnützige Unternehmen und Einrichtungen.
Antragsfrist für Überbrückungshilfe II verlängert bis zum 31. März 2021.

Wie viel Überbrückungshilfe kann gewährt werden?

Die Höhe der Überbrückungshilfe richtet sich nach den betrieblichen Fixkosten und dem Ausmaß des erlittenen Umsatzrückgangs. Die Förderung für Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit nahezu vollständig zum Erliegen gekommen ist, werden künftig mit höheren Fördersätzen unterstützt. Bislang wurden bis zu 80 % der Fixkosten erstattet, dies wird nun auf bis zu 90 % erhöht. Auch die Fördersätze für Unternehmen mit weniger gravierenden Umsatzeinbußen steigen an. Zugleich sinkt die Schwelle, ab der Überbrückungshilfe ausgezahlt wird. Die bislang geltende Deckelung der Überbrückungshilfe für Klein- und Kleinstunternehmen entfällt. Förderfähige Fixkosten sind unter anderem Mieten und Pachten, Finanzierungskosten, weitere feste Ausgaben, Kosten für Auszubildende und Grundsteuern. Künftig können auch Maßnahmen zur temporären Verlagerung des Geschäftsbetriebs in die Außenbereiche gefördert werden, z.B. die Anschaffung von Außenzelten oder Wärmestrahlern.

Können Personalkosten erstattet werden?

Personalaufwendungen für Personal, das nicht in Kurzarbeit geschickt werden kann, können durch eine Pauschale der förderfähigen Fixkosten unterstützt werden. Diese Pauschale wird verdoppelt: Um den teilweise hohen Personalkosten Rechnung zu tragen, die zum Betriebserhalt notwendig sind, steigt die Personalkostenpauschale auf 20 Prozent der förderfähigen betrieblichen Fixkosten. Bislang betrug sie pauschal 10 Prozent. Es soll damit insbesondere jenen Unternehmen geholfen werden, die weiter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Beschäftigung halten.

Wie hoch ist die maximale Förderung?

Die maximale Höhe der Überbrückungshilfe beträgt 50.000 Euro pro Monat. Damit können Unternehmen je nach Höhe betrieblicher Fixkosten für die vier Monate bis zu 200.000 Euro an Förderung erhalten. 
Um auch kleinen Unternehmen mit wenigen Beschäftigen und sehr hohen Fixkosten spürbar zu helfen, entfallen ab September die entsprechenden Höchstgrenzen der Überbrückungshilfe. Bisher galt für Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten eine Höchstgrenze von 9.000 Euro, für Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten eine Höchstgrenze von 15.000 Euro.

Wo wird Überbrückungshilfe beantragt?

Wie bisher wird auch die verlängerte Überbrückungshilfe in einem vollständig digitalisierten Verfahren beantragt und bearbeitet. Die Antragstellung erfolgt auch im neuen Verfahren über einen „prüfenden Dritten“ (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer, Rechtsanwalt), der das beantragende Unternehmen meist schon gut kennt. Die Antragskosten werden den betroffenen und positiv beschiedenen Unternehmen mit dem gleichen Satz erstattet wie die übrigen förderfähigen Fixkosten.

Unternehmerlohn? / NRW-Überbrückungshilfe Plus

Auch die NRW-Überbrückungshilfe Plus ist für den zweiten Förderzeitraum verlängert worden. Durch diese wird durch das Land NRW Solo-Selbstständigen, Freiberuflern und im Unternehmen tätigen Inhabern von Einzelunternehmen und Personengesellschaften mit max. 50 Mitarbeitern ergänzend eine einmalige Zahlung in Höhe von 1.000 Euro pro Monat als fiktiven Unternehmerlohn gewährt. Weitere Informationen gibt es hier.

Unterschiede Überbrückungshilfe 1 und 2:

Überbrückungshilfe 1 (Juni-August 2020)
Überbrückungshilfe 2 (September bis Dezember 2020)
Umsatzrückgang
mindestens 40 %
mindestens 30 %
Maximale Fixkostenerstattung
80 %
90 %
Personalkostenpauschale
10 %
20 %
Maximale Förderhöhe
150.000 € (50.000 € pro Monat)
200.000 € (50.000 € pro Monat)
Höchstgrenzen
  • 9.000 € (bis zu 5 Beschäftigte)
  • 15.000 € (bis zu 10 Beschäftigte)
entfallen

Überbrückungshilfe III – Januar bis Juni 2021

Bild Ühi III
13.11.2020: Bundesfinanzminister Olaf Scholz und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier verkünden die Verlängerung und Ausweitung der  bisherigen Überbrückungshilfe über das Jahresende hinaus: Diese Überbrückungshilfe III hat eine Laufzeit von Januar 2021 bis Juni 2021. Dazu gehört auch die sogenannte „Neustarthilfe für Soloselbständige“. Damit soll der besonderen Situation von Soloselbständigen, insbesondere Künstlerinnen und Künstlern und Kulturschaffenden Rechnung getragen werden. Zu den zu berücksichtigenden Kosten soll für diese Gruppe künftig eine einmalige Betriebskostenpauschale von 25 Prozent des Umsatzes im Vergleichszeitraum zählen. Die Neustarthilfe beträgt einmalig bis zu 5.000 Euro und deckt den Zeitraum bis Juni 2021 ab.
Weitere Infos gibt es hier

Überbrückungshilfe 1 – Antragsstellung geschlossen

Bild Überbrückungshilfe I
Die Bundesregierung hat eine „Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen müssen“ beschlossen. Die Überbrückungshilfe ist ein branchenübergreifendes Zuschussprogramm mit einer Laufzeit von drei Monaten (Juni bis August 2020) in der ersten Phase.
- Anträge konnten vom 13. Juli bis 9. Oktober gestellt werden und liefen über die zuständige Bezirksregierung.
- Für die digitale Antragsstellung musste ein Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer oder Rechtsanwalt hinzugezogen werden.