Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld: Alles zum Thema

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Ankündigung der Abschlussprüfung

Zahlreiche Unternehmer*innen haben in den letzten Wochen die  Ankündigung zur Abschlussprüfung von der Agentur für Arbeit erhalten. Hier einige Hinweise dazu:
Wenn das Unternehmen Kurzarbeit beendet, folgt in jedem Fall eine intensive Abschlussprüfung. Ab April 2021 beginnt die Agentur für Arbeit nach und nach in jedem Betrieb, der Kurzarbeit beendet hat, mit den Schlussrechnungen. Die Agentur für Arbeit informiert Sie über den genauen Zeitpunkt und die benötigten Unterlagen für die Abschlussprüfung. Diese sollten Sie für die Abschlussprüfung bereithalten.
Unterlagen für die Abschlussprüfung
Nachfolgend sehen Sie exemplarisch die Unterlagen aufgelistet, die Sie als Arbeitgeber für die Prüfung des Bezugs von Kurzarbeitergeld bitte bereithalten sollten.
  • Für jeden Kalendermonat, für den die Bundesagentur für Arbeit Ihnen Kurzarbeitergeld und Sozialversicherungsbeiträge erstattet hat, halten Sie bitte für jede Bezieherin und jeden Bezieher von Kurzarbeitergeld folgende Unterlagen bereit:
    • Lohnkonto
    • Arbeitszeitnachweise
    • Auszahlungsnachweise
    • Entgeltabrechnungen
  • Daneben werden Unterlagen zu den rechtlichen Grundlagen der Arbeitsentgeltansprüche und der Vereinbarung der Kurzarbeit geprüft. Dies sind vor allem:
    • Arbeitsverträge der Bezieherinnen und Bezieher von Kurzarbeitergeld
    • für Ihren Betrieb maßgebliche Tarifverträge
    • Einzelvereinbarungen mit Ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern oder Betriebsvereinbarung mit Ihrem Betriebsrat über die Einführung von Kurzarbeit
  • Auch der Umfang des Arbeitsausfalles kann Gegenstand der Abschlussprüfung sein. Hierfür prüfen wir insbesondere:
    • ergriffene Maßnahmen zur Vermeidung oder Reduzierung der Kurzarbeit (z.B. Nutzung von Arbeitszeitkonten, Einbringung von Resturlaubsansprüchen)
    • Auftragsbücher
    • betriebswirtschaftliche Auswertungen
Die Aufzählung ist nicht abschließend. Im Einzelfall kann die Agentur für Arbeit weitere Unterlagen benötigen.

Allgemein

Kurzarbeit beantragt der Arbeitgeber, also der Unternehmer, bei seiner regional zuständigen Agentur für Arbeit. Dazu ist eine “Anzeige über Arbeitsausfall“ bei der zuständigen Agentur für Arbeit notwendig, die Unternehmen auch online vornehmen können. Diese Anzeige über Arbeitsausfall wird von Ihrer Arbeitsagentur geprüft. Nach Prüfung und Bewilligung der Anzeige durch die Arbeitsagentur können, kann das Unternehmen die Auszahlungen (Entgelt für geleistete Arbeitsstunden und Kurzarbeitergeld für Ausfallstunden) bspw. durch ein Steuerberatungsbüro berechnen lassen. Dann erfolgt die Auszahlung. Hier geht das Unternehmen zunächst in Vorleistung. Nach erfolgter Auszahlung wird dann auf Basis der zuvor erteilten Bewilligung und den Berechnungen monatlich rückwirkend die Erstattung des Kurzarbeitergeldes beantragt.
Erfährt ein Unternehmen einen erheblichen vorübergehenden Arbeitsausfall kann es Kurzarbeitergeld beantragen. Dies gilt auch wenn der Betrieb vorsorglich vorübergehend geschlossen wird. Anspruchsberechtigt sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. In Betrieben mit Betriebsräten unterliegen die Einführung der Kurzarbeit und die Regelung der Einzelheiten der Mitbestimmung des Betriebsrats.
Höhe des Kurzarbeitergeldes
Arbeitnehmer erhalten 60 Prozent ihres Nettolohns für die ausfallende Arbeitszeit, bei Kindern im Haushalt 67 Prozent. Diese Prozentzahlen sind auf die Beitragsbemessungsgrundlage in der Arbeitslosenversicherung begrenzt.
Erleichterungen während der Coronakrise
Arbeitgeber können das Kurzarbeitergeld zurzeit leichter beantragen, weil einige Hürden wegfallen beziehungsweise kleiner werden.
  • Bisher müssen Arbeitgeber 80 Prozent der ausgefallenen Soziallbeiträge selbst zahlen, nicht nur vom eigenen Anteil, sondern auch vom Anteil des Arbeitnehmers. Nun werden diese Sozialbeiträge zu 100 Prozent erstattet.
  • Betriebe sollen zudem Kurzarbeitergeld schon nutzen können, wenn nur 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind - statt wie bisher ein Drittel.
  • Normalerweise wird die Auszahlung von Kurzarbeitergeld auf 12 Monate beschränkt, es soll nun leichter auf 24 Monate verlängert werden können.

Informationen

Bitte lesen Sie die Informationen und schauen Sie sich die Erklärvideos an:
Wichtig: Falls es in Ihrem Unternehmen keinen Betriebsrat gibt und keine tarifvertragliche Regelung zur Kurzarbeit existiert, muss vor der Einführung von Kurzarbeit mit den betroffenen Arbeitnehmern eine Vereinbarung darüber getroffen werden. Diese Vereinbarung sollte schriftlich festgehalten werden.
Die Anzeige der Kurzarbeit sollte an die E-Mail-Adresse detmold.arbeitgeber@arbeitsagentur.de gesendet werden. Die Anzeige verpflichtet Sie nicht zur Durchführung.

Formulare

Für die Anzeige der Kurzarbeit sollte folgendes Formular benutzt werden:
Der danach zu stellende Antrag
und die spätere Abrechnung
können online erfolgen.
Bei der Berechnung des Kurzarbeitergeldes hilft Ihnen diese Tabelle weiter. (Tabelle)

Anpassungen

Anzeigeverfahren KUG

Unternehmen können die Anzeige über Arbeitsausfall entweder per Post oder über das Onlineportal der BA einreichen.
Die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld kann auch unterbrochen werden. Ist in einem Unternehmen zum Beispiel kurzfristig ein größerer Auftrag zu bearbeiten, kann der Bezug der Lohnersatzleistung ausgesetzt werden. Wird wieder Kurzarbeitergeld beantragt, verlängert sich die Bezugsdauer um diesen Unterbrechungszeitraum. Wichtig ist, dass nach einer Unterbrechung von drei oder mehr Monaten eine erneute Anzeige der Kurzarbeit durch die Unternehmen und Betriebe erforderlich ist.

Übernahme der Beiträge zur Sozialversicherung durch die Agenturen für Arbeit

Wenn der Anspruch auf Kurzarbeitergeld noch in diesem Jahr, bis zum 31. Dezember 2020 entstanden ist, können auch weiter die Sozialversicherungsbeiträge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den Agenturen für Arbeit übernommen werden. Voraussetzung ist, dass Kurzarbeit bis zum 30. Juni 2021 auch realisiert wurde.
Die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge bei Bezug von Kurzarbeitergeld beträgt
  • (1) im Zeitraum vom 01. Januar 2021 bis zum 30. Juni 2021 in voller Höhe von 100 Prozent.
  • (2) Danach, bis längstens zum 31. Dezember 2021, werden die Beiträge in Höhe von 50 Prozent erstattet.

Änderungen der steuerlichen Behandlung von Zuschüssen zum KUG

Arbeitgeberzuschüsse zum KuG und zum Saison-KuG sind nur steuerpflichtig, wenn der Zuschuss zusammen mit dem Kurzarbeitergeld 80 % des ausgefallenen Arbeitsentgelts übersteigt. Wird ein höherer Zuschuss gezahlt, ist nur der übersteigende Betrag steuerpflichtig.

Anhebung Kurzarbeitergeld

Das Kurzarbeitergeld wird für diejenigen, die Corona-KuG für ihre um mindestens 50 Prozent reduzierte Arbeitszeit beziehen, ab dem 4. Monat des Bezugs auf 70 Prozent (bzw. 77 Prozent für Haushalte mit Kindern) und ab dem 7. Monat des Bezuges auf 80 Prozent (bzw. 87 Prozent für Haushalte mit Kindern) des pauschalierten Netto-Entgelts erhöht, längstens bis zum 31. Dezember 2021 für alle Beschäftigten, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31. März 2021 entstanden ist.

Hinzuverdienst zum KuG für alle Berufe

Die bestehenden befristeten Hinzuverdienstregelungen werden insoweit bis 31. Dezember 2021 verlängert, als dass Entgelt aus einer während der Kurzarbeit aufgenommenen geringfügig entlohnten Beschäftigung anrechnungsfrei bleibt.

 Urlaub und Kurzarbeit

Ab dem 01.01.2021 ist nicht verplanter Erholungsurlaub aus dem laufenden Urlaubsjahr zur Vermeidung von Kurzarbeit wieder einzubringen.