Analysen: Kaum neue Windräder im ersten Halbjahr, massive Hemmnisse beim Ausbau

Nur 81 Windkraftanlagen mit 271 Megawatt Leistung wurden in Deutschland im ersten Halbjahr 2019 an Land zugebaut. So wenig wie noch nie seit dem Start des EEG im Jahr 2000. Das zeigt die ausführliche Analyse der Fachagentur Windenergie an Land “Ausbausituation der Windenergie an Land im 1. Halbjahr 2019“ zum aktuellen und bisherigen Ausbau. In einer aktuellen Branchenumfrage hat sie die Ausbauhemmnisse in Deutschland ermittelt.
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Insgesamt waren laut einem Bericht der Deutschen Windguard zum 30. Juni 2019 in Deutschland 29.248 Anlagen mit 53.161 MW Windkraft an Land installiert. Der Branchenverband geht davon aus, dass der Zubau im zweiten Halbjahr wieder anziehen wird und daher eine vierstellige Zubauleistung erreichbar ist. So befinden sich derzeit 11.000 MW im Genehmigungsverfahren.
Die Fachagentur Windenergie an Land hat sich zudem in einer aktuellen Branchenumfrage die Hemmnisse beim Ausbau der Windenergie in Deutschland ermittelt: Insgesamt dürften in Deutschland derzeit mindestens 10.000 MW Wind an Land beklagt bzw. durch militärische bzw. zivile Vorgaben für die Luftfahrt verhindert worden sein.
Deutschland hat beim Thema Flugnavigationsanlagen eine im internationalen Vergleich besonders strenge Regelung. Demnach müssen Windräder mindestens 15 Kilometer Abstand vom nächsten Drehfunkfeuer haben. Dadurch können mindestens rund 1.000 Anlagen mit 4.800 MW nicht gebaut werden. Die Hälfte davon steht in den beiden Bundesländern Niedersachen und Nordrhein-Westfalen. Durch die Tiefflugkorrdiore der Luftwaffe können 900 Anlagen mit rund 3.600 MW nicht errichtet werden.
Mindestens 325 Anlagen mit 1.000 MW sind derzeit in Deutschland beklagt. Bei der Hälfte der Klagen werden Verstöße gegen den Schutz von Vogel- und Fledermausarten angeführt. 61 Prozent der Klagen werden von Naturschutzverbänden geführt. Bürgerinitiativen und Kommunen stehen für 14 und 13 Prozent der Klagen. Von diesen Akteuren werden insbesondere Lärmschutzgründe angeführt. Gegen 40 Prozent der Anlagen, die einen Zuschlag erhalten haben, laufen noch Klageverfahren. Teilweise führen die Klagen dazu, dass Projektierer die Teilnahme an den Ausschreibungen zurückstellen.
(Quelle DIHK, Fachagentur Windenergie an Land, Deutsche Windguard)