Landesregierung legt Energieversorgungsstrategie für NRW vor

Das Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) hat dem Landtag die Energieversorgungsstrategie Nordrhein-Westfalen vorgelegt. Damit will die Landesregierung die energiepolitischen Weichen für eine klimaverträgliche, sichere und bezahlbare Energieversorgung stellen.
Kernelemente der Energieversorgungsstrategie sind der deutliche Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie ein zügiger Netzausbau, moderne Speichertechnologien, eine flexiblere Nachfragegestaltung und die Nutzung von Gas als Brückenenergie. Das Land strebt den Ausstieg aus der Kohleverstromung möglichst ab 2035 an und will gleichzeitig für ein stabiles und bezahlbares Energiesystem sorgen. Insgesamt sollen die CO2-Emissionen im Energiesektor bis 2030 um bis zu 70 Prozent reduziert werden.
Zentrale Zielsetzungen der Strategie:
  • Wachstum bei Erneuerbaren Energien: Bis 2030 soll die aktuell installierte Leistung bei Wind auf 10,5 Gigawatt und bei Photovoltaik auf 11,5 Gigawatt verdoppelt werden. Bis 2050 soll die Energieversorgung vorrangig über Wind, Photovoltaik, Gaskraftwerke in Kraft-Wärme-Kopplung, Geothermie und grünen Wasserstoff gesichert werden.
  • Es bedarf weiterer Anstrengungen beim Netzausbau sowie einer Umstellung der Sektoren Mobilität und Wärme auf weitgehende Klimaneutralität. Hierfür müssen die Bedingungen für die Sektorenkopplung verbessert werden, zum Beispiel durch die Einführung einer aufwandsneutralen CO2-Bepreisung.
  • Strom muss bezahlbar bleiben: Um die hohen Belastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher zu reduzieren, setzt sich die Landesregierung für eine deutliche Senkung der Stromsteuer ein. Zur Entlastung der produzierenden energieintensiven Industrie setzt sich die Landesregierung außerdem auf EU-Ebene für eine umfassende Strompreiskompensation ein.
Wesentliche Handlungsfelder:
  1. Gesicherte Erzeugungskapazität in ausreichendem Maße gewährleisten
  2. Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in Nordrhein-Westfalen für die Versorgungssicherheit und als Schlüsseltechnologie der Sektorenkopplung weiterentwickeln und ausbauen
  3. Hohe Versorgungsqualität in Energienetzen sicherstellen
  4. Bedarfsgerechten Ausbau der Energieinfrastruktur sicherstellen
  5. Um- und Ausbau der Energieinfrastruktur beschleunigen
  6. Den Ausbau von Speichern als wichtiges Element des Energieinfrastrukturumbaus vorantreiben und innovative Speichersysteme weiterentwickeln
  7. Flexibilisierungspotenziale auf der Verbraucherseite bzw. bei Unternehmen nutzen
  8. Verbesserte Rahmenbedingungen für Sektorenkopplung schaffen
  9. Vorbereitung einer nachhaltigen Versorgungsstruktur mit Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen
  10. Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sicherstellen und Bezahlbarkeit der Strompreise gewährleisten
  11. Energieerzeugung aus Erneuerbaren Energien und deren Ausbau akzeptanzgesichert, technologieoffen sowie markt- und systemintegrativ gestalten
  12. Energieeffizienz in der Energiewende verankern
  13. Energieeffizienzpotenziale im Gebäudesektor heben
  14. Urbane Energielösungen für eine erfolgreiche Energiewende und Klimaschutz umsetzen
  15. Wärmewende strategisch entwickeln, Wärme- und Kältenetze  modernisieren  und systemdienlich ausbauen, Abwärmepotenziale nutzen
  16. Energieversorgung für eine klimagerechte Mobilität sicherstellen
  17. Durch integrierte Forschung und Innovationen den Energie- und  Industriestandort Nordrhein-Westfalen stärken sowie international führender Forschungsstandort in Energie und Klimaschutz werden
(Quelle MWIDE)