Landesregierung veröffentlicht umfassende Digitalstrategie

Die Landesregierung hat die Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen 2019 veröffentlicht. Sie beschreibt darin die Chancen der Digitalisierung für die Menschen in Nordrhein-Westfalen und benennt über vierzig konkrete Ziele, die sie hierzu in den kommenden Jahren in zentralen Handlungsfeldern erreichen will. Bis 2025 will das Land bei der Digitalisierung zur Spitze zählen und zum innovativsten und umweltfreundlichsten Industrie- und Dienstleistungsstandort Europas werden.
  • Im Bereich Wirtschaft soll ein Gewerbe-Service-Portal durch digitale Angebote erhebliche Erleichterungen für Antrags-, Planungs- und Genehmigungsverfahren bringen. Ab 2020 sollen alle gewerberechtlichen Fachverfahren medienbruchfrei digital bereitstehen.
  • Die Zahl der Ausgründungen aus den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen soll in den kommenden fünf Jahren insbesondere durch die Exzellenz Start-up Center um mindestens 50 Prozent gesteigert sowie die Wagniskapital-Investitionen in Start-ups bis 2022 auf eine halbe Milliarde Euro anwachsen und damit gegenüber 2017 verfünffacht werden.
  • Mittelständische Unternehmen sollen noch stärker zu notwendigen Investitionen in die Digitalisierung ermuntert werden. Hierzu soll der Digitalisierungskredit der NRW.BANK bis 2022 auf ein Volumen von einer halben Milliarde Euro ausgeweitet werden.
  • Die Digitalisierung der schulischen Bildung konzentriert sich auf die Vermittlung von Medienkompetenzen, die Qualifizierung von Lehrkräften und den Zugang zu digitalen Medien. Bis 2022 sollen alle Schulen an ein leistungsfähiges Gigabit-Netz angeschlossen sein.
  • im Prozess „Digitale Hochschule NRW“ arbeiten das Land und 42 Universitäten, Fachhochschulen, Kunst- und Musikhochschulen zusammen, um E-Learning Projekte oder die Hochschulcloud.nrw umzusetzen. Dazu stehen 50 Millionen Euro zur Verfügung.
  • Die Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung begleiten Arbeits- und Wirtschaftsministerium im Dialog mit Sozialpartnern, Kammern, Arbeitsagentur und Wissenschaft in der „Initiative Wirtschaft & Arbeit 4.0“.
  • Im Bereich Mobilität sind 5G-Testgebiete für autonomes Fahren, mehr dynamische Wegweiser mit integrierter Stauinformation, stadtverträgliche LKW-Navigation, digitale Erfassung von Mobilstationen und ÖPNV-Haltestellen und das verbundübergreifende E-Ticket geplant.
  • Mit dem Aufbau einer landeseigenen Kompetenzplattform KI.NRW soll das Land bei Künstlicher Intelligenz in die europaweite Spitze geführt werden. Neue Flagship-Professuren und Nachwuchswissenschaftler sollen berufen und der Transfer zum Mittelstand ausgebaut werden.
  • Gründung des Europäischen Blockchain-Instituts am Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund und Planung eines Reallabors für Blockchain-Anwendungen im Rheinischen Revier
  • Anschluss von Schulen und Gewerbegebiete an Gigabit-Netze bis 2022, flächendeckender Ausbau bis 2025. Schließen von Funklöchern im Mobilfunk bis 2021. Start des Aufbaus von 5G-Netzen in 2019.
Die „Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen“ wurde in gut einem Jahr ressortübergreifend entwickelt. Den im Juli 2018 vorgestellten Entwurf hat die Landesregierung mit Experten, Verbänden sowie Bürgerinnen und Bürgern in einem breiten Beteiligungsprozess online und in Veranstaltungen diskutiert. Auch die IHKs hatten sich über IHK NRW mit einer Stellungnahme beteiligt.
(Quelle MWIDE NRW)