Brexit-Umfrage Going International

Der DIHK hat die Ergebnisse der Sonderauswertung von „Going International“ zum Brexit veröffentlicht. Rund 1.500 Unternehmen, die mit dem Vereinigten Königreich geschäftlich in Verbindung stehen, haben an der Umfrage teilgenommen.
Der Brexit ist bereits jetzt eine hohe Belastung für die deutschen Unternehmen. Handel und Investitionen befinden sich seit dem Brexit-Referendum auf einem gewissen Rückzug. Fast noch schlimmer ist, dass selbst einen Monat vor dem Austrittsdatum die Betriebe ohne Kompass navigieren müssen. 70 Prozent der Unternehmen erwarten angesichts dessen schlechtere Geschäfte mit dem Vereinigten Königreich. Eine konkrete Vorbereitung auf den Brexit gestaltet sich für eine erhebliche Anzahl der Betriebe trotz intensiver Bemühungen schwierig. Den größten Risikofaktor für ihre Geschäfte sehen die Unternehmen im drohenden Mehraufwand bei der Zollbürokratie. Im ungünstigsten Fall würden bei einem ungeordneten Austritt bis zu 10 Millionen neue Zollanmeldungen notwendig. Hinzu kommen in einem solchen Fall Zölle in Milliardenhöhe Durch den Handel auf WTO-Basis. Rund die Hälfte der Betriebe bereiten sich mit Zollschulungen auf den Brexit vor. Die meisten Unternehmen halten sich jedoch mit kostenintensiven Investitionen in Personal und IT noch zurück. Stattdessen fokussieren sie sich auf Gespräche mit Lieferenten und Kunden. In der Folge der Unsicherheit ziehen sichtlich mehr Betriebe als noch vor einem Jahr Konsequenzen: Jedes achte Unternehmen plant bereits Investitionsverlagerungen - ein Großteil davon nach Deutschland und in die restlichen EU-Staaten. Zu Beginn des letzten Jahres war es noch jedes Zwölfte. Nicht nur der Brexit selbst, sondern auch die nach wie vor herrschende Unsicherheit über die zukünftigen Handelsbeziehungen gehen ganz konkret zu Lasten des Wirtschaftsstandortes Großbritannien. Aber der Ball liegt hier nach wie vor eindeutig bei den Briten.
Die Ergebnisse der DIHK-Umfrage haben wir als Download für Sie bereit gestellt.