Gemeinsames Versandverfahren nach dem Brexit

(Bonn, GTAI) Das Vereinigte Königreich ist bisher im Rahmen seiner EU-Mitgliedschaft Vertragspartei des Übereinkommens über ein gemeinsames Versandverfahren. Damit kann die Zollabfertigung am endgültigen Bestimmungsort einer Ware und nicht schon an der Grenze durchgeführt werden. Durch den Brexit wäre ein Versandverfahren im Handel mit dem Vereinigten Königreich nicht mehr möglich. Die Zollabfertigung müsste direkt an der Grenze erfolgen; die Folgen wären lange Staus und damit verbundene Wartezeiten.
Um dem vorzubeugen, möchten die Briten dem Übereinkommen über ein gemeinsames Versandverfahren beitreten. Die hierfür notwendigen Formalien wurden mittlerweile in die Wege geleitet: Die Briten können mit dem Ausscheiden aus der EU eigenständige Vertragspartei werden. Dies gilt sowohl für den Fall eines Austritts mit Abkommen und anschließender Übergangsphase als auch bei einem Austritt ohne Abkommen.
Vertragsparteien sind neben der EU die EFTA-Staaten Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz sowie die Türkei, Mazedonien und Serbien.
Allgemeine Informationen zum Versandverfahren finden Sie auf der Internetseite der deutschen Zollverwaltung: Versandverfahren
Quellen:
  • Beschluss Nr. 1/2018 des Gemischten Ausschusses EU-CTC vom 4. Dezember 2018 über eine Einladung an das Vereinigte Königreich, dem Übereinkommen über ein gemeinsames Versandverfahren beizutreten [2018/1987]; ABl. L 317 vom 14. Dezember 2018, S. 47;
  • Beschluss Nr. 2/2018 des Gemischten Ausschusses EU-CTC vom 4. Dezember 2018 zur Änderung des Übereinkommens über ein gemeinsames Versandverfahren [2018/1988]; ABl. L 317 vom 14. Dezember 2018, S. 48;
  • Beschluss Nr. 1/2018 des Gemischten Ausschusses EU-CTC vom 4. Dezember 2018 über eine Einladung an das Vereinigte Königreich, dem Übereinkommen zur Vereinfachung der Förmlichkeiten im Warenverkehr beizutreten [2018/1989]; ABl. L 317 vom 14. Dezember 2018, S. 56.