Coronavirus: Was ist bei Geschäftsreisen ins Ausland und zurück zu beachten?

Wichtige Hinweise zu Einreisebestimmungen


Neue Regeln ab 09.11.2020

Bund und Länder haben sich auf neue Quarantäneregeln geeinigt. Seit dem 9. November ist in NRW eine neue Coronaeinreiseverordnung in Kraft. Damit gelten für Geschäftsreisen in ausländische Risikogebiete (Symptomfreiheit vorausgesetzt) nun folgende Ausnahmeregeln:

Aufenthaltsdauer unter 24 Stunden (nur BENELUX)

  • Keine Testpflicht
  • Keine Quarantänepflicht
  • Keine Meldeplicht

Aufenthaltsdauer unter 72 Stunden (nur Güter- oder Personentransport)

  • Keine Testpflicht
  • Keine Quarantänepflicht
  • Keine Meldeplicht
Für etwaige Kontrollen sind Unterlagen mit sich zu führen, die den Transport belegen (Frachtpapiere, Kundenkorrespondenz).

Aufenthaltsdauer bis 5 Tage (zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich veranlasst)

  • Testpflicht (bis 48 Stunden vor Einreise bzw. bei Einreise)
  • Keine Quarantänepflicht (sobald negatives Testergebnis feststeht)
  • Keine Meldepflicht ( (bei Flugreisen ist aber möglich, dass die Fluggesellschaft eine Digitale Reiseanmeldung verlangt).
Für etwaige Kontrollen ist eine Bescheinigung des Arbeitgebers oder des Auftraggebers mit sich zu führen, dass die Reise zwingend notwendig ist. Für diese Eigenbescheinigung gibt es derzeit keine Formulare oder Formulierungsregeln (z.B.: Hiermit bescheinigen wir, dass xxxxxx zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich veranlasst vom xx.xx.xxxx bis xx.xx.xxxx nach xxxxx reisen muss und darum nicht unter die Verpflichtung zur Absonderung nach § 1 Coronaeinreiseverordnung fällt).

Geschäftsreisen, die nicht unter die oben genannten Ausnahmen fallen

  • Quarantänepflicht von 10 Tagen. Verkürzung möglich, wenn negativer Test vorliegt. Dieser darf aber erst nach 5 Tagen nach der Einreise vorgenommen werden.
  • Meldepflicht: vor der Einreise über die Digitale Reiseanmeldung.
Die oben genannten Regeln gelten umgekehrt auch, wenn ausländische Geschäftspartner nach NRW reisen.
Die Verordnung sieht weitere Ausnahmen von der Quarantäne, aber mit einer verpflichtenden Testung vor. Die neue Coronaeinreiseverordung des Landes NRW finden Sie hier

Corona-Einreiseverordnung kurzfristig außer Vollzug

Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hat die seit dem 9. November 2020 geltende Corona-Einreisevorordnung am 20. November 2020 außer Vollzug gesetzt. Grund ist die Klage eines Reisenden, der nach einem Urlaub auf den Balearen in Quarantäne musste, obwohl die die 7-Tage-Inzidenz dort deutlich niedriger lag als in seiner Heimatstadt Bielefeld. Eine Absonderungspflicht für Rückreisende ist laut Oberverwaltungsgericht nicht geeignet, einen nennenswerten Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu leisten, wenn in den Gebieten des jeweiligen Aufenthalts kein höheres Ansteckungsrisiko als hierzulande bestehe. Das Land NRW will daher in Abstimmung mit den anderen Bundesländern die Einreisevorordnung zügig überarbeiten.

Kontakt zu Gesundheitsämtern

Verbindliche Auskünfte zu konkreten Fallkonstellationen gibt es bei den Hotlines der lokal zuständigen Gesundheitsämter:

Situation im Ausland

Eine Liste der Risikogebiete finden Sie auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts. Bei Auslandsreisen sind auch die Reisewarnungen des Auswärtigen Amts zu beachten. Über die Einreisemöglichkeiten für Personen aus außereuropäischen Staaten informiert die Bundespolizei.

Entsenderegeln nicht vergessen

Unabhängig von der aktuellen Situation müssen Firmen weiterhin die Entsendevorschriften der einzelnen EU-Länder berücksichtigen. Diese beinhalten die Vorabmeldung von Entsendeeinsätzen, die Einhaltung lokaler Arbeitsbestimmungen und das Vorhalten von Unterlagen. Informationen hierzu finden Sie in unserem Merkblatt und auf der Internetseite der IHK Köln.
Quelle: IHK Köln