Bundesprogramm sichert Ausbildungsplätze

Antragsstellung ab dem 03. August 2020 über die Arbeitsagentur möglich!

Die Corona-Krise erschwert es vielen Ausbildungsbetrieben, weiterhin junge Menschen als Fachkräfte von morgen auszubilden. Daher können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die Ausbildungsprämie oder andere Förderungen aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ beantragen. Zum Antrag
Das Förderprogramm richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die von der Corona-Krise betroffen sind. Es hat diese Ziele:
  • Ausbildungsplätze erhalten (Ausbildungsprämie)
  • zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen (Ausbildungsprämie plus)
  • Kurzarbeit für Auszubildende vermeiden (Zuschuss zur Ausbildungsvergütung)
  • Übernahme bei Insolvenzen fördern (Übernahmeprämie)
Unterstützungsmöglichkeiten Berufsausbildung
Die im Koalitionsbeschluss vom 3. Juni 2020 vorgesehene Förderung neuer Ausbildungsverträge soll mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ umgesetzt werden. Die Eckpunkte des Programms sind am 24. Juni 2020 vom Bundeskabinett beschlossen worden.
Vorgesehen sind Ausbildungsprämien für kleine und mittlere Unternehmen, die ihr Ausbildungsniveau in dem im Jahr 2020 neu beginnenden Ausbildungsjahr im Vergleich zu den drei Vorjahren beibehalten oder sogar erhöhen.
Für die Zuordnung zum neuen Ausbildungsjahr ist allein der Ausbildungsbeginn maßgeblich.
In die Förderung grundsätzlich einbezogen werden sollen Ausbildungen, die frühestens am 1. August 2020 beginnen. Auf den Zeitpunkt des Abschlusses des Ausbildungsvertrags kommt es dabei nicht an, d.h., es können auch Ausbildungen gefördert werden, für die der Ausbildungsvertrag bereits vor Inkrafttreten der Förderrichtlinie abgeschlossen worden ist. Insbesondere steht damit der Abschluss eines Ausbildungsvertrags vor dem 1. August 2020 einer Förderung nicht entgegen.
An wen richtet sich die Förderung?
Das Programm "Ausbildung sichern" richtet sich an:
  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) - dies sind Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten.
  • Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt.
  • KMU, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits-und Sozialwesen durchführen.
Ausschlusskriterien:
  • Praktika sind ausgeschlossen.
  • Ein Ausbildungsbetrieb kann für einen Ausbildungsvertrag nur durch eine Ausbildungsprämie, eine Ausbildungsprämie plus oder eine Übernahmeprämie bei Insolvenz gefördert werden.
  • Neben den benannten Förderungen ist die Inanspruchnahme anderer Programme des Bundes oder der Länder mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt nicht möglich. Das Unternehmen entscheidet, welche Förderung es in Anspruch nehmen will.
  • Der Ausbildungsbetrieb muss seinen Sitz in Deutschland haben.

"Ausbildungsprämie" bei Erhalt des Ausbildungsniveaus

Ziel der Förderung:
Ausbildungsbetriebe zu motivieren, ihr Ausbildungs­platzangebot trotz der Folgen der Corona-Krise aufrecht zu erhalten.
Antragsvoraussetzungen:
Eine Ausbildungsprämie wird einem Ausbildungsbetrieb, der durch die Corona-Krise in erheblichem Umfang betroffen ist, für eine neu beginnende Berufsausbildung gewährt, wenn er die Zahl der für das neue Ausbildungsjahr geschlossenen Ausbildungs­verträge auf dem durchschnittlichen Niveau der letzten drei Jahre hält.
Die Ausbildungsprämie wird für jede neu beginnende Berufsausbildung, die nach dem jeweiligen Ausbildungsvertrag frühestens am 1. August 2020 beginnt, gewährt. Die Ausbildung muss spätestens am 4. Januar 2021 beginnen. Die Ausbildungsprämie steht unter der Bedingung, dass das Ausbildungsverhältnis über die Probezeit hinaus fortbesteht.
Die Zahl der für das neue Ausbildungsjahr geschlossenen Ausbildungsverträge wird auf dem durchschnittlichen Niveau der letzten drei Jahre gehalten, wenn die Anzahl an neuen Ausbildungsverträgen nach Abschluss der Probezeiten aller neuen Ausbildungsverträge in dem Ausbildungsbetrieb gleichhoch ist, wie es die entsprechende Anzahl an neuen Ausbildungsverträgen im Durchschnitt der drei vorhergehenden Jahre (2017-2019) war. Der Ausbildungsbetrieb hat die Anzahl der Ausbildungsverträge sowie die Ausbildungsvergütung durch eine Bescheinigung nachzuweisen. Ist der Ausbildungsbetrieb innerhalb der letzten drei Jahren gegründet worden, wird auf die vorhandenen zurückliegenden Ausbildungsjahre abgestellt.
Der Antrag ist spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des jeweiligen Ausbildungsverhältnisses zu stellen.
Umfang und zeitlicher Rahmen der Förderung:
Die „Ausbildungsprämie“ beträgt einmalig 2.000 Euro für jeden Ausbildungsvertrag und wird im Wege der Projektförderung als Festbetragsfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt.
Die Ausbildungsprämie wird nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit ausgezahlt.
Beantragung:
Für die Antragsbearbeitung und Bewilligung der Zuwendungen ist die benannte Agentur für Arbeit zuständig (Agentur für Arbeit, in deren Bezirk der Ausbildungsbetrieb liegt).
Anträge sind schriftlich oder elektronisch nach den Vorgaben der Arbeitsagentur und unter Verwendung der vorgesehenen Antragsformulare und Beifügung der erforderlichen Unterlagen zu stellen.
Diese Förderrichtlinie tritt am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Das Programm endet für Zuschüsse am 31. Oktober 2021.

"Ausbildungsprämie plus" bei Erhöhung des Ausbildungsangebotes

Ziel der Förderung:
Ausbildungsbetriebe und ausbildende Einrichtungen zu motivieren, ihr Ausbildungsplatzangebot trotz der Folgen der Corona-Krise zu erhöhen. Auch erstausbildende Unternehmen können die Ausbildungsprämie erhalten.
Antragsvoraussetzungen:
Eine Ausbildungsprämie plus wird einem Ausbildungsbetrieb,der durch die Corona-Krise in erheblichem Umfang betroffen ist für eine neu beginnende Berufsausbildung gewährt, wenn er durch diese für das neue Ausbildungsjahr eine höhere Anzahl an Ausbildungsverträgen abschließt, als er es im Durchschnitt der letzten drei Jahre (2017-2019) getan hat.
Für die Zuordnung zum neuen Ausbildungsjahr ist allein der Ausbildungsbeginn maßgeblich. In die Förderung grundsätzlich einbezogen werden sollen Ausbildungen, die frühestens am 1. August 2020 beginnen. Auf den Zeitpunkt des Abschlusses des Ausbildungsvertrags kommt es dabei nicht an, d.h., es können auch Ausbildungen gefördert werden, für die der Ausbildungsvertrag bereits vor Inkrafttreten der Förderrichtlinie abgeschlossen worden ist. Insbesondere steht damit der Abschluss eines Ausbildungsvertrags vor dem 1. August 2020 einer Förderung nicht entgegen.
Für das neue Ausbildungsjahr wird eine höhere Anzahl an Ausbildungsverträgen abgeschlossen, wenn die Anzahl an neuen Ausbildungsverträgen in dem Ausbildungsbetrieb nach Abschluss der Probezeiten aller neuen Ausbildungsverträge höher ist, als es die entsprechende Anzahl an neuen Ausbildungsverträgen im Durchschnitt der drei vorhergehenden Jahre war. Umfasst sind auch erstmals ausbildende Betriebe.
Der Ausbildungsbetrieb hat die Anzahl der Ausbildungsverträge sowie die Ausbildungsvergütung durch eine Bescheinigung nachzuweisen.
Der Antrag ist spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des jeweiligen Ausbildungsverhältnisses zu stellen.
Umfang und zeitlicher Rahmen der Förderung:
Die „Ausbildungsprämie plus“ beträgt einmalig 3.000 Euro für jeden zusätzlichen, die bisherige durchschnittliche Anzahl übersteigenden Ausbildungs­vertrag und wird im Wege der Projektförderung als Festbetragsfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt.
Die Ausbildungsprämie plus wird nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit ausgezahlt.
Beantragung:
Für die Antragsbearbeitung und Bewilligung der Zuwendungen ist die benannte Agentur für Arbeit zuständig (Agentur für Arbeit, in deren Bezirk der Ausbildungsbetrieb liegt).
Anträge sind schriftlich oder elektronisch nach den Vorgaben der Arbeitsagentur und unter Verwendung der vorgesehenen Antragsformulare und Beifügung der erforderlichen Unterlagen zu stellen.
Diese Förderrichtlinie tritt am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Das Programm endet für Zuschüsse am 31. Oktober 2021.

"Zuschuss zur Ausbildungsvergütung" zur Vermeidung von Kurzarbeit

Ziel der Förderung:
Kurzarbeit bei Auszubildenden soll vermieden werden, um trotz Arbeitsausfall im Ausbildungsbetrieb die Fortführung laufender Ausbildungen zu unterstützen.
Antragsvoraussetzungen:
KMU, die ihre laufenden Ausbildungsaktivitäten trotz der Belastungen durch die COVID-19-Krise fortsetzen und Auszubildende sowie deren Ausbilder trotz erheblichem Arbeitsausfall nicht in Kurzarbeit bringen.
Erforderlich ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb; anderenfalls wird davon ausgegangen, dass die Ausbildungsaktivitäten auch ohne Förderung wie üblich fortgesetzt werden können.
Art und Umfang, Höhe der Zuwendung:
Der „Zuschuss zur Ausbildungsvergütung“ beträgt 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Auszubildenden und jeden Monat (nicht rückzahlbare Anteilsfinanzierung), in dem ein relevanter Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent zu verzeichnen ist. Die Zuwendung wird im Wege der Projektförderung als Anteilsfinanzierung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses gewährt.
Bemessungsgrundlage ist das sich auf Grundlage der im Ausbildungsvertrag vereinbarten Ausbildungsvergütung ergebende Arbeitgeber-Brutto ohne Berücksichtigung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
Beantragung:
Für die Antragsbearbeitung und Bewilligung der Zuwendungen ist die benannte Agentur für Arbeit zuständig (Agentur für Arbeit, in deren Bezirk die für den Ausbildungsbetrieb zuständige Lohnabrechungsstelle liegt).
Anträge sind schriftlich oder elektronisch nach den Vorgaben der Arbeitsagentur und unter Verwendung der vorgesehenen Antragsformulare und Beifügung der erforderlichen Unterlagen zu stellen.
Diese Förderrichtlinie tritt am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Das Programm endet für Zuschüsse am 30. Juni 2021.

Übernahmeprämie

Ziel der Förderung:
Die Weiterführung von Ausbildungsverhältnissen bei pandemiebedingter Insolvenz eines ausbildenden KMU soll gesichert werden.
Antragsvoraussetzungen:
KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen KMU bis zum 31. Dezember 2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen.
Eine pandemiebedingte Insolvenz wird bei KMU angenommen, über die bis zum 31. Dezember 2020 das Insolvenzverfahrens eröffnet worden ist und die sich vor dem 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden haben.
Eine Corona-krisenbedingte Insolvenz wird bei Ausbildungsbetrieben angenommen, wenn
  • über diese zwischen dem 1. April 2020 und dem 31. Dezember 2020 ein Insolvenzverfahren eröffnet (Datum des Eröffnungsbeschlusses) worden ist und
  • sich der Ausbildungsbetrieb bis zum 31. Dezember 2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden hat.
Hinweise zur Umsetzung des Programms:
Zuständig für die Umsetzung dieser Richtlinie, insbesondere die Antragsbearbeitung und Bewilligung der Zuwendungen, ist die Bundesagentur für Arbeit. Anträge auf diese Förderungen sind demnach bei der für das jeweilige Unternehmen örtlich zuständigen Agentur für Arbeit zu stellen.
Anträge sind schriftlich oder elektronisch nach den Vorgaben der Arbeitsagentur und unter Verwendung der vorgesehenen Antragsformulare und Beifügung der erforderlichen Unterlagen zu stellen.
Ein Anspruch des Antragstellenden auf Gewährung der Zuwendung besteht nicht. Der Zuwendungsgeber entscheidet im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel nach der Reihenfolge des Antragseingangs mit den vollständigen Unterlagen.
Bitte verwenden Sie ausschließlich die Formulare Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit!
Weitere Details zur Durchführung befinden sich gerade noch in Ausarbeitung und werden an dieser Stelle laufend aktualisiert.
Die Förderrichtlinie zur "Auftrags- und Verbundausbildung" wird demnächst in einer separaten Richtlinie geregelt.