Betriebliches Mobilitätsmanagement

Die Zahl der Pendelnden in Deutschland hat einen neuen Rekordwert erreicht – über 60 Prozent der Beschäftigten pendeln zu ihrem Arbeitsplatz. Dabei steigen sowohl die Zahl der Berufspendelnden, als auch die Länge der Wege zur Arbeit. Betriebe und ihre Beschäftigte sind mit Verspätungen, Unfällen, Arbeitsausfällen und neuerdings auch mit Fahrbeschränkungen konfrontiert.
Ihre Mitarbeitenden sind Teil des zähfließenden Berufsverkehrs? Jeden Werktag werden dadurch Nerven strapaziert? Sie wollen das ändern, wissen aber nicht wie? Mit der Einführung eines betrieblichen Mobilitätsmanagements können Arbeitswege effizient, stressfrei und nachhaltig gestaltet werden.

Kostenloser Zertifikatslehrgang

Die Industrie- und Handelskammern in NRW engagieren sich für Betriebliches Mobilitätsmanagement, u. a. über die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz. Über die Projektförderung der bundesweiten Initiative kann die Qualifizierung „Betriebliche/r Mobilitätsmanager/in (IHK)“ 2019 kostenlos angeboten werden. Der Zertifikatslehrgang wird von der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld, der Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen und der Industrie- und Handelskammer zu Köln angeboten. Er richtet sich an Mitarbeitende aus den Unternehmen, z. B. aus den Bereichen Personal, Logistik/Fuhrparkmanagement, Energie/Facility Management, CSR sowie an sonstige Interessierte etwa aus Behörden oder den Kommunen.

Praxisleitfaden

Die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz hat in Kooperation mit der IHK-Organisation einen Praxisleitfaden zu betrieblichem Mobilitätsmanagement und nachhaltiger Unternehmensmobilität erarbeitet. Er gibt Unternehmen einen ersten Überblick über das Themengebiet und enthält Tipps für die Optimierung der Betriebsmobilität unter ökologischen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Praxisbeispiele aus kleineren und mittleren Betrieben zeigen konkrete Handlungsmöglichkeiten auf. Gerade in mittelständischen Betrieben verbergen sich noch Verbesserungspotentiale, deren Ausschöpfung oftmals auch betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. 

Mobilitätsaktionstage in den Betrieben und Erstberatungen

Das BMUB fördert das betriebliche Mobilitätsmanagement auch im Rahmen der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ (NKI) – zum Beispiel das Projekt „Gute Wege zur guten Arbeit“ des ACE Autoclub Europa. Ziel des Projektes ist es, das betriebliche Mobilitätsmanagement in Deutschland als einen Baustein des Klimaschutzes zu etablieren, wobei der Klimaschutz nur einen Teil der positiven Folgen des betrieblichen Mobilitätsmanagements darstellt.
„Gute Wege zur guten Arbeit“ richtet sich auch an Unternehmerinnen und Unternehmer, etwa mit folgenden Angeboten:
  • Das Projektteam von „Gute Wege zur Arbeit“ organisiert Aktionstage in Unternehmen. Hier können sich Beschäftigte über den besten Arbeitsweg informieren und erleben Mobilitätslösungen zum Anfassen – etwa in Form eines E-Bike-Parcours.
  • Auch informiert das Projektteam gemeinsam mit Unternehmen zu Mobilitätslösungen für neue Mitarbeitende. Insbesondere Beschäftigte, die umziehen, den Betriebsstandort wechseln oder neu im Unternehmen anfangen, müssen ihren Arbeitsweg neu organisieren.
  • Das Projektteam unterstützt Unternehmen dabei, ihre Mitarbeitenden gezielt in Mobilitätsfragen zu beraten. Hiervon profitieren beide Seiten: Arbeitnehmende erhalten wertvolle Informationen zur gesunden, schnellen und günstigen Gestaltung ihres Arbeitswegs; Unternehmen können ihre Attraktivität als Arbeitgebende steigern und Kosten sparen. Beispielsweise verringert sich der Parkraumbedarf, wenn mehr Mitarbeitende mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Auto zur Arbeit kommen.
Hintergrund: Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) initiiert und fördert das BMUB seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Die Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Vom Verkehr gehen Belastungen für die Umwelt und Gefahren für die menschliche Gesundheit aus. Gleichzeitig ist Mobilität aber auch zentrale Voraussetzung für die wirtschaftliche aber auch gesellschaftliche Entwicklung moderner Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften. Insbesondere vor dem Hintergrund der prognostizierten, weiterhin wachsenden Verkehrsleistungen stellen die Umweltwirkungen des Verkehrs eine Herausforderung für die Akteurinnen und Akteure auf allen Ebenen dar. Grundlegendes Ziel einer modernen Verkehrs- und Umweltpolitik müsse es daher sein, die gesellschaftlich notwendige Mobilität möglichst umweltverträglich zu gestalten. Dafür müssten Strategien und Konzepte entwickelt werden, mit denen die Mobilitätsbedürfnisse so befriedigt werden können, dass sie mit den Anforderungen an eine nachhaltige, also auf Dauer tragfähige, Entwicklung vereinbar sind.