Gesellschaftliche Verantwortung (CSR)

Der Begriff Corporate Social Responsibility (CSR*) bezieht sich auf das soziale, ökonomische und ökologische Engagement von Unternehmen. Engagement ist vielfältig zu verstehen: vom Sponsoring örtlicher Vereine, über die Einhaltung von Arbeitsbedingungen und Umweltschutzmaßnahmen bis zum Aufbau von lokalen Netzwerken zur Lösung von Problemen. Gesellschaftliches Engagement wird jedoch von mehreren Seiten gefordert. Durch CSR- Maßnahmen kann sich ein Unternehmen deutlicher am Markt differenzieren, Werte zu erhalten, Mitarbeiter am Standort zu binden und zu motivieren sowie neue Zielgruppen und Märkte zu erschließen.
Lippische Unternehmen engagieren sich seit Jahren in unterschiedlicher Weise. Doch Gutes tun allein reicht nicht, man muss auch darüber reden. Denn gerade das gesellschaftliche Engagement kann für die Fachkräftesicherung sowie die Standortattraktivität von Bedeutung sein.

Verantwortungspartner für Lippe

Verantwortungspartner
Bereits in 2009 haben sich lippische Unternehmen als „Verantwortungspartner für Lippe“ und dann im Arbeitskreis CSR zusammengeschlossen. Eine gemeinsame Dachmarke für CSR-Engagement in Lippe wurde geschlossen als ein wichtiges Werkzeug für mehr Öffentlichkeit von gesellschaftlichem Engagement für die Region. Um das erfolgreiche Label der Verantwortungspartner weiter in der Region zu verwurzeln und vor allem um tollen Einzel-Initiativen und Kooperationen eine Plattform zu bieten, freut der Arbeitskreis CSR und Verantwortungspartner für Lippe auch über weitere Interessierte und Engagierte aus der Region.
*CSR (Corporate Social Responsibility)-Definition der Europäischen Kommission: „Soziale Verantwortung der Unternehmen ist ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, um auf freiwilliger Basis soziale und ökologische Belange in ihre Unternehmenstätigkeit und ihre Beziehungen zu den Stakeholdern zu integrieren.“

Der Ehrbare Kaufmann

Der Ehrbare Kaufmann und CSR

„Mache tagsüber nur Geschäfte, mit denen du nachts gut schlafen kannst“ – so lautete schon das Credo des alten Konsuls Buddenbrook. Dieses Zitat aus Thomas Manns Roman steht für die „alten“ Tugenden des Ehrbaren Kaufmanns*. Handelt ein solcher Ehrbarer Kaufmann auch heute im Sinne von CSR?
Für die Unternehmerin und den Unternehmer ist die Verantwortung zentral, Verantwortung für das Unternehmen am Markt, für die Mitarbeiter, die Kunden und den Standort. Viele Betriebe integrieren soziale und ökologische Verantwortung schon seit Jahren in ihren Unternehmensstrategien. Ob Trikotsponsoring, Schüler- Unternehmenskooperationen oder eine breit angelegte Corporate Social Responsibility-Strategie – unternehmerisches Engagement ist heute aktueller denn je. Dabei sind die traditionellen Werte des ehrbaren Kaufmanns nach wie vor in den Unternehmen verankert.
Das Leitbild des Ehrbaren Kaufmanns überdauert seit Jahrhunderten bis heute. Sein Ursprung reicht ins frühe Mittelalter zurück. Damals gerät die Wirtschaftsordnung in Europa in Bewegung. Kaufleute der Hansestädte aus dem Norden und italienische Kaufleute im Süden begeben sich auf Reisen und müssen sich dabei verschiedenen Herausforderungen stellen. Misstrauen schlägt ihnen entgegen. Also beginnen sie, sich zu Gemeinschaften, den Kaufmannsgilden zusammenzuschließen, mit eigenem Recht von „Treu und Glauben“ und speziellen moralischen Normen, deren Einhaltung auf Freiwilligkeit beruhen. Wer die Verhaltensregeln befolgt, hat mehr Erfolg. Nur mit einem ehrbaren Kaufmann wollen die Menschen Geschäfte machen. Und das ist im Prinzip bis heute so geblieben.
Gesetzlicher Auftrag der IHKs: Für Anstand und Sitte des Ehrbaren Kaufmanns wirken
1956 wurden die IHKs vom Gesetzgeber beauftragt, für „Anstand und Sitte des Ehrbaren Kaufmanns“ zu wirken. Auch wenn dieser Auftrag keine konkreten Angaben zur Umsetzung enthält, so hat er eine wichtige Bedeutung für die Arbeit jeder IHK. Viele Produkte und Maßnahmen der IHK befassen sich mit konkreten Sachverhalten, die unmittelbar mit dem Ehrbaren Kaufmann verknüpft sind. Hier ein Auszug: 
  • In der Berufsbildung: Wer junge Menschen ausbildet, sichert den eigenen Fachkräftenachwuchs und übernimmt gleichzeitig ein hohes Maß an Verantwortung. Jugendliche sind in der Phase der Berufsbildung besonders schutzbedürftig und vertrauen auf ein verlässliches und werteorientiertes unternehmerisches handeln. Mit der Ausbildungsberatung sichert die IHK die erforderliche Qualität der Berufsbildung und setzt sich für ein faires Miteinander ein
  • Im Wettbewerbsrecht: Die IHK überwacht die Einhaltung der Regeln des lauteren, also unverfälschten Wettbewerbs. Sie steht ihren Mitgliedsunternehmen als Ansprechpartner zur Verfügung und berät in Fragen der Zulässigkeit du Unzulässigkeit von eigenen oder Werbemaßnahmen von Wettbewerbern. Bei Rechtsverstößen kann die IHK Abmahnungen aussprechen und sie auch gerichtlich weiterverfolgen lassen
  • Im Umweltschutz: Die Rücksichtnahme auf die Umwelt ist einer der unbestrittenen Grundsätze des Ehrbaren Kaufmanns. Daher unterstützt die IHK  Betriebe aktiv dabei, Energieeinsparpotenziale zu heben. Die IHK informiert und berät über die Umsetzung der zahlreichen Umweltschutzregelungen 

Wie kann CSR aussehen?

Corporate Social Responsibility ist vielfältig: Die Bandbreite reicht von Spenden über Sponsoring, Unternehmensressourcen, Unterstützung in Form von Zeit, Förderung durch Anerkennung bis hin zu Corporate-Volunteering-Programmen, Einbindung in die Personalentwicklung oder ökologisch nachhaltiges Wirtschaften. Ein Überblick...
Spenden (Corporate Giving)
Traditionell spenden Unternehmen Geld oder Sachmittel an lokale Vereine, Bürgerinitiativen, Kulturprojekte und Wohlfahrtseinrichtungen. Sie können diesen Einrichtungen aber auch Expertenwissen, Dienstleistungen, ihre Logistik oder Infrastruktur kostenlos zur Verfügung stellen. Häufig sammeln Belegschaften von sich aus Spenden für gemeinnützige Zwecke. Beim Spenden wird keine konkrete Gegenleistung verlangt. Geld- und Sachspenden sind steuerabzugsfähig.
Sponsoring
Als Sponsoring bezeichnet man Werbemaßnahmen, die in die Unternehmensziele und das Marketingkonzept eingebunden sind. Für eine Geld- oder Sachleistung für Sport, Kunst, Kultur, Soziales, Umwelt, Denkmalschutz oder andere gemeinnützige Zwecke wird eine konkrete Gegenleistung vereinbart. Bei Veranstaltungen werden oft Einladung und Banner mit Name und Logo des Sponsors versehen. Sponsoring zielt darauf ab, den Bekanntheitsgrad des Unternehmens, seiner Dienstleistungen und Produkte zu steigern.
Bereitstellung von Unternehmensressourcen
Firmen können gemeinnützige Einrichtungen auch unterstützen, indem sie ehrenamtlich engagierten Mitarbeitern gestatten, die Unternehmenslogistik und -infrastruktur während oder außerhalb ihrer Arbeitszeit zu nutzen (Fotokopierer, Computer und Räume).
Unterstützung in Form von Zeit
Eine andere Form von CSR ist es, Mitarbeiter für ihr ehrenamtliches Engagement während der Arbeitszeit frei zu stellen oder ihnen flexiblere Arbeitszeitgestaltung einzuräumen, damit sie ihr berufliches und ehrenamtliches Engagement besser miteinander vereinbaren können.
Förderung durch Anerkennung
Eine motivierende und unterstützende Wirkung haben alle Aktionen der Geschäftsführung, die den betreffenden Mitarbeitern Anerkennung vermitteln. Ansporn zum Engagement bieten Auszeichnungen und Preise für Mitarbeiter, die sich in besonderer Weise gesellschaftlich engagieren.
Corporate-Volunteering-Programme
Inzwischen haben auch Unternehmen in Deutschland sogenannte Corporate-Volunteering-Programme erprobt. Die Bandbreite reicht von Team-Projekten und Gruppenaktionen über "Secondments"(Mitarbeiter engagieren sich für einen festen Zeitraum in einer gemeinnützigen Organisation) bis hin zu Mentoring-Programmen (Mitarbeiter sind als ehrenamtliche Berater tätig). Diese Form des CSR ist sehr glaubwürdig und stärkt Vertrauen, Loyalität und Identifikation mit der Firma.
Einsatz als Instrument der Personalentwicklung
Die Förderung des sozialen Engagements von Mitarbeitern, besonders von Führungskräften, ist auch als Instrument der Personalentwicklung entdeckt worden. Bei den bislang genannten Möglichkeiten geht es vor allem um das ehrenamtliche Engagement zugunsten von gemeinnützigen Projekten, bei dieser Variante stehen hingegen die Interessen der Personalentwicklung im Vordergrund.
Ökologisch nachhaltiges Wirtschaften
Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Ein Wald wird ihr zufolge nur dann nachhaltig genutzt, wenn nicht mehr Holz eingeschlagen wird als  wieder wachsen kann. Dieses Prinzip wird oft auch auf gesellschaftliches Handeln im Allgemeinen übertragen. In ökologischer Hinsicht bedeutet dies, dass Unternehmen ihre Umweltbelastungen minimieren und zugleich klimaneutral wirtschaften. Für alle CO2-belastenden Handlungen investiert das Unternehmen in ein ökologisches Äquivalent.