IHK-Unternehmensbarometer zur Europawahl 2019: Europa gestalten - unsere Zukunft

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Deutsche Unternehmen sehen einen klaren Mehrwert in der EU. Der Binnenmarkt, die gemeinsame Währung und die EU-Handelspolitik liefern konkreten Nutzen für große Mehrheiten unter den Betrieben. Diese grundsätzliche Unterstützung kommt von allen Unternehmen, unabhängig davon, ob sie in der EU oder auch außerhalb internationakl tätig sind oder nicht.
Hier gehts zu den gesamten Ergebnissen:
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Nutzen der europäischen Integration

  • Die Unternehmen in Deutschland sehen den größten Integrationserfolg der EU in der Stabilität des politischen Systems und damit in den für die Unternehmen relevanten Rahmenbedingungen. 82% der Unternehmen ordnen diesem Aspekt einen hohen Nutzen zu. Gerade in einem schwieriger werdenden außenwirtschaftlichen Umfeld bildet die EU einen wichtigen Anker für die Verlässlichkeit und Planbarkeit.
  • Auch der Euro (Wegfall der von Wechselkursrisiken: 73%) und der Binnenmark (Zugang zu europäischen Märkten: 69%) stehen oben auf der Liste der Integrationserfolge. Für die international agierenden Unternehmen ist zudem die gemeinsame Handelspolitik von großer Bedeutung. mehr als zwei Drittel der Betriebe mit Geschäften in Drittstaaten ordnet diesem Punkt einen hohen Nutzen zu.
  • Am geringsten werden die Integrationsvorteile hinsichtlich verbesserter Finanzierungsmöglichkeiten eingestuft. Trotz der großen Veränderungsprozesse, die hier auf EU-Ebene angestoßen wurden, sieht nur ein Viertel der Unternehmen einen spürbaren Nutzen. Hier ist die Integrationsleistung der EU noch ausbaufähig.

Prioritäten nach der Wahl

  • Oberstes Gebot für die EU-Politik nach der Europawahl ist die Erhöhung der Krisenfestigkeit der Währungsunion. 62% der Unternehmen sehen dies als Priorität an. Vergangene Krisen haben den Wirtschaftsraum stark erschüttert. Die bisherigen Maßnahmen sind hier noch nicht ausreichend.
  • Rund die Hälfte der Unternehmen wünschen sich darüber hinaus Aktivitäten, die die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft in den Blick nehmen: Die Sicherung von Fachkräften durch die Stärkung der Berufsbildung in der EU und die Schaffung von level playing fields durch z.B. starke multilaterale Handelsregeln oder die Vereinheitlichung der steuerlichen Bemessungsgrundlage.
  • Unter den Top 5 der Prioritäten findet sich zudem der Wunsch, die EU möge bei neuen Regulierungen die Auswirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verbindlich berücksichtigen. Der bisher eingeführte KMU-Test, der die KMU-Dimension bei Folgeabschätzungen für neue Gesetze abbildet, führt noch nicht zur ausreichenden Vermeidung unnötiger Bürokratie für kleinere Unternehmen.

Einstellung zu wichtigen wirtschaftspolitischen Fragen

  • 67% der Unternehmen sagen, “Die EU ist besser als ihr Ruf”, nur knapp jedes zehnte Unternehmen ist dezidiert anderer Meinung. Das verdeutlicht, dass die Unternehmen die ökonomischen Vorteile und Erleichterungen, welche die EU generiert, allen aktuellen Widrigkeiten zum Trotz sehr zu schätzen wissen.
  • Die Befragung führt zahlreiche Stellschrauben vor Augen, welche Brüssel aus Unternehmenssicht dringend nachjustieren sollte. So etwa beim Thema Datenschutz: Die Hälfte der unternehmen stellt eine uneinheitliche Umsetzung in der EU fest. 40% sehen ihre Wettbewerbsposition durch die DSGVO geschwächt.
  • Der Niedrigzinspolitik der EZB steht aktuell ein Großteil der Unternehmen kritisch gegenüber. Jedes zweite Unternehmen sorgt sich um die langfristigen Folgen der Niedrigzinspolitik der EZB.
  • Klare Prioritäten beim Brexit: Um den Binnenmarkt und die vier Grundfreiheiten der EU zu schützen, würden 85% der Unternehmen sogar Schäden im Handel mit dem Vereinigten Königreich akzeptieren.
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